​​Tipps für Einreichungen bei Designwettbewerben

»Ein Kranz ist gar viel leichter binden,
als ihm ein würdig Haupt zu finden.«
 (Johann Wolfgang von Goethe)

Sie überlegen, bei einem Designwettbewerb teilzunehmen, sind sich aber nicht sicher, wie Sie Ihr Projekt präsentieren wollen? Hier einige Tipps aus meiner langjährigen internationalen Jury-Erfahrung … 


Objektive Einschätzung

Nicht jede Arbeit kann naturgemäß gewinnen. Versuchen Sie daher zunächst, Ihre Chancen selbst ehrlich einzuschätzen. Mag sein, dass die Postkarte für das örtliche Gymnasium trotz Mini-Budget einfach großartig ist – wenn diese aber mit umfangreichen, hochwertigen Büchern konkurrieren muss, wird es ehrlich gesagt schwierig. Gibt es beim entsprechenden Award explizit eine „Karten“-Kategorie sieht es schon wieder anders aus. Auch kleinere Objekte können Siegerprojekte sein, wenn die entsprechenden Kategorien fein genug abgestimmt sind. Ein Blick auf die Preisträger der Vorjahre kann durchaus helfen, die Chancen auszuloten.

Der erste Eindruck zählt

Präsentieren Sie Ihre Arbeit formal bestmöglich. Das mag für viele selbstverständlich sein; ich selbst stand aber schon bei großen Wettbewerben (mit einem großen Fragezeichen im Gesicht) vor drei schlechten Farbausdrucken in A4-Format auf Kopierpapier, die sich um eine Corporate Design-Auszeichnung »bemühten« … In Print-Kategorien sollten Sie in jedem Fall ein physisches Exemplar einsenden – kein Bildschirm der Welt kann den haptischen Eindruck ersetzen! Sehen Sie die Jury einfach als Kunden, dem Sie das Projekt verkaufen möchten, auch diesem würden Sie ordentliche Pappen vorlegen, damit er schnell einen guten Überblick erhält. Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie oft mit hunderten Konkurrenzprojekten verglichen werden …

Ein guter Text ist die halbe Miete

In der Regel hat die Jury genug Zeit, jede Arbeit genauer anzusehen – das schließt jedoch trotzdem das Lesen eines 200seitigen CD-Manuals aus. Eine präzise Beschreibung des Projekts in einigen Sätzen erfordert zwar mehr Mühe 

(wie jeder professionelle Texter weiß), erhöht aber gerade bei komplexen Projekten die Chance einer Auszeichnung. Der Putzfrauen-Test hilft: Lesen Sie Ihren Text jemandem vor, der noch nie etwas von dem Projekt gehört hat – schläft er währenddessen ein oder hat einen verwirrten Gesichtsausdruck, wird es der Jury vermutlich nicht anders ergehen … Gehen Sie davon aus, dass die Jury noch nie etwas von Ihrem Projekt gesehen oder gehört hat und vermitteln Sie im Text nur essentielle Informationen. War Ihnen die Typografie besonders wichtig? Dann sollte der Font erwähnt sein. Erklären Sie, warum eine spezielle Veredelung eingesetzt wurde und nicht, dass eine vorhanden ist (das sieht eine fachkundige Jury in der Regel). In wenigen Anschlägen kann das Notwendigste gesagt werden – ein Texter kann Ihnen dabei helfen.

Relevanz als Kriterium

Vergessen Sie niemals die Zielgruppe Ihrer Arbeit zu beschreiben. Das Thema Relevanz steht nicht umsonst in vielen Award-Kriterien und wird oft unterschätzt. Manches Mal mag eine Arbeit nicht die aufwendigste sein – wenn sie jedoch für eine spezielle Branche sehr unüblich und innovativ ist, fällt das durchaus ins Gewicht. Für die Beurteilung ist es ungemein wichtig, zu wissen, an wen das Projekt am Ende adressiert ist und ob die Umsetzung in diesem Fall doch spannender ist, als auf den ersten Blick zu sehen.

Oft vergessen …

Zu guter Letzt, sehen Sie sich die Jury-Zusammensetzung an. Ist sie international? Dann sollte Ihr Text auch auf Englisch auftauchen. Sie benötigen das Original der eingereichten Arbeit wieder zurück? Dann kommunizieren Sie das schon bei der Einreichung! Und nun viel Erfolg bei Ihren Wettbewerbsteilnahmen!


Gerne unterstütze ich Sie in Ihrer Kommunikation und bei der Aufbereitung Ihrer Projekte!

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